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Lebenskunst

Vom Verzicht zur Transformation

Das einfache Leben ist das Thema der Stunde. Viele sehnen sich nach weniger fremdbestimmter Arbeit, nach Entschleunigung und nach weniger Entfremdung durch Technologie.

Die Rede ist oft von Verzicht, von Downshifting, vom Runterschalten. Das Wesen dieser Bewegung ist momentan relativ stark auf Verzicht reduziert, auf die so genannte negative Freiheit: wir befreien uns von den (materiellen) Fesseln der Moderne. Weniger Ressourcen verbrauchen. Weniger Konsum. Dann hört es auf einmal auf. Wobei es erst jetzt anfängt spannend zu werden! Was ist die Folge des Verzichts? Worin liegt der Zugewinn? Wie gestaltet sich die Zeit danach? Verzicht ist nur der erste Schritt. Dann beginnt die große Transformation, die positive Freiheit: wir sind jetzt frei zu tun, was wir für richtig halten!

Also was machen wir jetzt mit den frei gewordenen Kapazitäten, mit der neu gewonnen Lebenszeit? Einen Blog zu schreiben halte ich persönlich für ziemlich doof und im Übrigen arg narzisstisch. Ha.

Gerade die Länder, die verstärkt an der Wirtschaftskrise leiden, bringen neue Impulse ins Spiel und sind die Avantgardisten in der Umsetzung einer andersmodernen Zeit.

Die Richtung ist klar: weniger Einzelkämpfer, mehr Gemeinschaft. Weniger Ellbogen, mehr Hand in Hand. Das Phänomen des Teilens (Car Sharing, Wohngemeinschaften, usw.) kennt man schon hierzulande. Doch es geht noch weiter: man steckt nicht mehr seine Lebenszeit in eine karrieristische und illusorische „Selbstverwirklichung“, nur um danach herauszufinden, dass in Wahrheit die Ziele des jeweiligen Unternehmens und überhaupt nicht die eigenen Ziele verfolgt wurden. Man verzichtet von Anfang an auf Illusionen und arbeitet für das Wohl der Gemeinschaft.

Das soziale Gefüge und die Gemeinschaft werden zum Herzstück einer andersmodernen Gesellschaft. Das „gesunde Schrumpfen“ liegt in der stärkeren Verflechtung von Gemeinschaften innerhalb regionaler Grenzen. Die natürliche Folge daraus ist die Deglobalisierung, also die Loslösung von einem Weltmarkt.

Ich träume hier keinesfalls von einer kommunistischen Utopie. Nennen wir es einfach mal „moderater Regionalkapitalismus“! Ich bin sicher, dass es weiterhin eine große Kluft zwischen arm und reich geben wird. Nur werden die Individuen nicht mehr alleine dastehen, sondern stärker in eine haltgebende Gemeinschaft integriert sein. Dieser neue Halt wird in der westlichen Welt auch bitter nötig sein, sobald die wachstumsstarken Länder China und Indien sich ihr Stück vom kapitalistischen Kuchen holen werden – von dem wir „Wessis“ schon genug genascht haben. Und allem Anschein nach, auch langsam satt haben.

Ich denke uns allen wird langsam klar, dass das Materielle, das „Greifbare“, für sich allein genommen ziemlich arm macht. Was wirklich reich macht, sind die Beziehungen, die Verbindungen dazwischen. Make love, not money!

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